Verwahrung im Jugendstrafrecht – ein Systembruch ohne Vollzugskonzept

Synopsis

Die Verwahrung von Jugendlichen stellt nicht nur eine rechtliche und ethische, sondern auch eine praktische Herausforderung dar. Die aktuelle Gesetzesänderung markiert einen fundamentalen Systembruch im schweizerischen Jugendstrafrecht, das traditionell auf Erziehung, Schutz und Resozialisierung ausgerichtet ist. Derzeit ist unklar, wie und wo die Verwahrung von jungen Menschen vollzogen werden soll. Dieser Beitrag beleuchtet die bestehenden Strukturen des Verwahrungsvollzugs für Erwachsene und gibt einen Einblick in das Leben in der Verwahrung aus der Perspektive der Betroffenen. Die Autorinnen argumentieren, dass die mit der Verwahrung einhergehende soziale Isolation und fehlende Zukunftsperspektive im Kontext eines primär sicherheitsorientierten Umfelds die psychische Belastung und das Rückfallrisiko junger Verwahrter erhöhen können. Neurowissenschaftliche und entwicklungspsychologische Erkenntnisse zur Gehirnreifung junger Menschen unterstreichen die Problematik der unbefristeten Sicherungsverwahrung in dieser Altersgruppe. Abschliessend wird die Frage aufgeworfen, ob ein menschenrechtskonformer Vollzug für Jugendliche überhaupt möglich ist oder ob die Verwahrung einen nicht umsetzbaren Systembruch darstellt.

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Veröffentlicht

Juni 20, 2025

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Zitationsvorschlag

Isenhardt, A. ., Marti, I. ., Pruin, I., Richter, M. ., & Weber, J. . (Hrsg.). (2025). Verwahrung im Jugendstrafrecht – ein Systembruch ohne Vollzugskonzept. In Über Mauern blicken - 25 Jahre Forschen im Justizvollzug: Festschrift für Ueli Hostettler zum 65. Geburtstag. BOP Books. https://doi.org/10.36950/edv-umb-2025.09