Entwicklung punitiver Einstellungen in der Schweiz
Synopsis
Auf Basis von schweizweit repräsentativen Bevölkerungsbefragungen beschäftigt sich der Beitrag mit Punitivität als einer Dimension kriminalitätsbezogener Einstellungen. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit in der Bevölkerung eine Tendenz vorliegt, vergeltende Strafen im Vergleich zu versöhnenden zu bevorzugen und sich positiv zu harten Strafen gegenüber Normbrecher:innen zu positionieren. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der zeitlichen Entwicklung entsprechender Einstellungen zwischen 2018 und 2024. Im Ergebnis zeigt sich, dass etwa vier von zehn Befragten die Todesstrafe als Sanktion nicht kategorisch ausschliessen. Zwei Drittel sprechen sich pauschal für eine härtere Gangart gegenüber Straftäter:innen aus. Zudem gab es von 2021 auf 2024 einen signifikanten Anstieg der Punitivität. Autoritarismus und Ausländerfeindlichkeit weisen enge Zusammenhänge mit der Punitivität auf. Weniger bedeutsam, aber dennoch von substanziellem Einfluss war zudem die Kriminalitätsfurcht. Alle drei Faktoren erhöhten die Punitivität. Befragte mit höherer Bildung äussern weniger Punitivität, ebenso Personen, die in Städten leben. Befragte, die in einer Partnerschaft leben, sind punitiver eingestellt; Männer befürworten häufiger die Todesstrafe als Frauen.



